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Der Insider



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Tipp für Wanderer: verlassenes Griechendorf Kayaköy

Coldwaterbay
Eine der beiden orthodoxen Kirchen im verlassenen Dorf

Das verlassene griechische Dorf Kayaköy hieß bis in die 20er Jahre Levissi. Die Einwohner waren tüchtige Handwerker, Eisenschmiede, Schreiner und Maurer, und wohnten in schönen Häusern. Es gab Kirchen und Apotheken und die Ärzte versorgten die türkische Bevölkerung der Umgebnung mit. Man lebte in guter Nachbarschaft und feierte gemeinsame Feste.

Nach dem Friedensvertrag von Lausanne wurden ganze Bevölkerungsgruppen ausgetauscht: die Kayaköyer wanderten nach Griechenland hinüber und türkische Bewohner der griechischen Inseln, insbesondere aus Kreta, kehrten ans Festland zurück. Danach verfiel Kayaköy, wurde aber in letzter Zeit wieder restauriert und aufgebaut. Es wird sogar von einem Kommunikations- und Versöhnungszentrum gemunkelt, in dem sich Künstler und Wissenschaftler beider Länder treffen und zusammen arbeiten können. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall.



Das Gebiet von Kayaköy wurde um circa 3000 v. Chr. erstmals besiedelt. In der Antike entstand hier die Stadt Karmillassos und später, im 18. Jahrhundert, auf ihren Ruinen die griechische Ortschaft Levissi. Bei einem Erdbeben 1856 und einer Feuersbrunst 1885 wurde das in der Nähe liegende Fethiye weitgehend zerstört. Die Bwohner flüchteten nach Levissi, das darauf hin eine neue Blütezeit erlebte und ca 20.000 hatte. Anfang des 20. Jahrhundert zogen die meisten Bewohner nach Fethiye zurück. Im Ersten Weltkrieg wurden angesiedelte Armenier und Aserbaidschaner vertrieben, weil sie mit den Alliierten gemeinsame Sache gegen die Osmanen gemacht hatten. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs zählte die Dorfgemeinschaft noch um die 2.000 Familien. Nach Austausch der griechischen und türkischen Bevölkerung zwischen beiden Ländern 1922, zogen türkische Familien unter anderem aus Thessaloniki in die unterhalb der Stadt gelegene Ebene, was dazu führte, dass der Ort langsam zerfiel.

Heute ist Kayaköy ein Museumsdorf und steht unter Denkmalschutz. 3.500 Hausruinen sind erhalten geblieben, darunter zwei griechisch-orthodoxe Kirchenruinen, die die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Geisterstadt darstellen. Daneben existiert ein Privatmuseum zur Stadtgeschichte. In der Dorfmitte steht ein Quellbrunnen aus dem 17. Jahrhundert. Kayaköy wurde von der UNESCO als World Friendship and Peace Village deklariert.

Mehr zur Bucht, von der Kayaköy in einstündigem Fußmarsch zu besuchen ist: klick

Eine Seite, auf der die Geschichte von Kayaköy ausführlich erzählt wird: klick


Kommentar dazu:



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Kayaköy

Michael von Tülff, 24.11.2010
Wer mehr über das Dorf Kayaköy wissen möchte bzw. in das Dorfleben in der Zeit um 1910 - 1925 eintauchen möchte, dem empfehle ich das Buch TRAUM AUS STEIN UND FEDERN. Hier wird quasi in Romanform, untermauert mit profundem Hintergundwissen um den Aufstieg Ata Türk
s und dem fürchterlichen Krieg in den Dardanellen (ca. 500.00 Gefallene) die Geschichte dieses Dorfes erzählt.


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