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Der Insider

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Sidestep zum Nachbarn: Kastellorizon
Sie liegt direkt vor der türkischen Küste und lockt zum Kennenlernen


Das Bild zeigt den Hafen von der Westseite - im Hintergrund die Bergküste über Kas

Kastellorizon, auch Kastelorizo oder Kastellorizo, (griech. Megisti, ital. Castelrosso‚ rote Festung, türk. Meis) ist die kleine griechische Insel rund 70 Seemeilen südöstlich von Rhodos und drei Kilometer vor der türkischen Küste - der Hafen gegenüber ist Kas. Mit einigen umliegenden Inseln und Felsen bildet sie die mit rund 12 km2 kleinste Dorfgemeinschaft im Dodekanes und die östlichste Griechenlands.

Von Westen kann der Hafen problemlos angesteuert werden, auch nachts. Dagegen sollte die Ansteuerung aus Südost mit Vorsicht erfolgen, da das Gebiet nordöstlich und östlich mit Klippen und kleinen Inseln gespickt. Der Hafen ist ringsum gut befestigt, im Westteil jedoch flach - dort kann man nicht anlegen. An der Nordpier legt die Fähre aus Rhodos an. Yachten machen am besten im Südteil an der Stirnseite mit Buganker und Heckleinen vor den Restaurants fest. Die Wirte helfen und sichern sich so die Gäste für den Abend. Die Behörden handeln unterschiedlich: einmal werden die Papiere kontrolliert, dann wieder nicht. Manchmal wird sogar stillschweigend geduldet, dass man nicht in Griechenland einklariert hat, wenn man nur für eine Nacht bleibt. Dann wieder wird man aufgefordert, ins Hafenbüro zu kommen, um das Liegegeld zu zahlen bzw. einzuklarieren. Am besten man hat ein griechisches Transitlog von früheren Reisen an Bord.

Wer nach Kastellorizon kommt, ohne vorher in der Türkei ausklariert zu haben, sollte vorsichtig sein. Kreuzt er nämlich von Kastellorizon nach Kas hinüber kann es auf türkischer Seite Schwierigkeiten geben. Ratsam ist es immer, vor Verlassen der Türkei dort auszuklarieren! Oder von Katellorizon nicht nach Kas, sondern Richtung Kalkan oder Finike zu segeln. Noch ein Tipp: An Wochenenden nicht in Kas einklarieren, da dies der einzige türkische Port of Entry ist, in dem Passp
olizei und Zoll am Wochenende nicht arbeiten. In diesem Fall können bis zu 80 Euro legale “Feiertags-Gebühren” anfallen. Das wird sich jedoch ändern, wenn die neue Marina, an der seit 2009 heftig gearbeitet wird, ab 2010 in Betrieb ist.

Der Hafenort Kastellorizon hat in den letzten Jahren deutlich an Leben gewonnen: Häuser wurden neu gebaut oder renoviert - der Ort ist sauber, sympathisch und aufgeräumt. Schon bei der Ansteuerung sind die leuchtend ockerfarbenen Häuser eine angenehme Unterbrechung im eintönigen Grau der rauhen Insellandschaft. Aus der türkischen Zeit stammt das Minarett auf der linken Seite der Hafeneinfahrt. Das einst mächtige Kreuzritterkastell, dessen rotes Mauerwerk dem Ort im Mittelalter den Namen "Castello Rosso" gab, woraus Kastellorizon abgeleitet wurde, ist ein idealer Aussichtspunkt. Siehe Panorama von dort oben: klick

Anleger

Nach dem Anschluss des Dodekanes an das moderne Griechenland wurde der antike Name der Insel, Megisti (nach einem mythischen ersten Siedler namens Megisteas) als offizielle Bezeichnung eingeführt. Aufgrund der geografischen Nähe wurde sie auch von der Türkei beansprucht.

Die Insel war bereits in antiker Zeit besiedelt, wie die Ruinen der im Landesinneren gelegenen alten Hauptstadt Paleokastro zu sehen ist. Mit dem übrigen Griechenland gehörte Kastellorizon zum Reich Alexanders des Großen, zum Römischen Reich und zum Byzantinischen Kaiserreich. 1306 wurde die Insel durch Ritter des Johanniterordens aus Rhodos erobert. Danach eroberten Sarazenen aus Ägypten und Franken die Insel, und 1552 die Osmanen. In dieser Zeit stieg die Handelsflotte der Insel zur größten des Dodekanes auf.

1922 kam die Insel unter italienische Verwaltung. Diese machte sich schnell unbeliebt, weshalb viele Bewohner vor allem nach Australien auswanderten. Im Zweiten Weltkrieg versuchte England die Insel zu erobern, was nach der Kapitulation Italiens 1943 gelang. Während eines deutschen Angriffs 1944 wurde die Bastion aufgegeben. Dabei explodierte ein Munitionslager und zerstörte mehr als die Hälfte der Häuser im Ort. 1945 wurde die Insel Griechenland zugesprochen. Die zuvor umgesiedelten Bewohner kamen zum Teil zurück, fanden jedoch ihre Häuser zerstört und geplündert. Daraufhin entschlossen sich viele endgültig auszuwandern. Noch in den 80er Jahren glich der Hafenort mehr oder weniger einer Geisterstadt. Inzwischen wurden viele zerfallene Häuser wieder aufgebaut – die Ruinen in der zweiten Reihe sind überwuchert und fallen kaum ins Auge. In jüngster Zeit läuft auch der Tourismus an.

Der griechische Staat investiert viel in die Insel. Die Betreuung der wenigen Schüler und die ärztliche Versorgung sind teilweise besser als auf anderen größeren griechischen Inseln. Auch die Fähr- und Flugverbindungen sind subventioniert, um die Versorgung sicher zu stellen, den Tourismus anzukurbeln und die Abwanderung zu verhindern.
1920 lebten auf der Insel noch rund 20.000 Einwohner, heute sind es weniger als 500.

Links zu Kastellorizon: Die Blaue Grotte | Grenzschwimmer

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