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Der Insider

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- Flucht vor Steuer in die Türkei
21.2.2012


Bootsbesitzer flüchten aus Griechenland und bringen ihre Yachten in die Nachbarländer. Grund sind die hohen Steuern, die sie für ihre Boote in griechischen Häfen zahlen müssen. So wurde bereits in den letzten Jahren manche Yacht aus griechischen Häfen in eine preiswertere Marina in der Türkei oder in Kroatien verlegt. Nicht nur die griechischen Marinas beklagen den Abgang, auch das Hotel- und Gaststättengewerbe ist vergrämt über die überstürzte Flucht gut zahlender Gäste.

2012 sollen die Liegegebühren und die Steuern in Griechenland weiter erhöht werden, um das Staatsdefizit zu schmälern. Nach Aussagen der griechischen Küstenwache legen immer mehr griechische Eigner ihre Boote still. Und weitere ausländische Besitzer sind dabei mit ihren Yachten in die perfekteren türkischen Marinas umzuziehen. Der griechische Staat hat durch diese kurzsichtigen, von ihm selbst eingefädelten Maßnahmen, in den vergangenen Jahren bereits rund 120 Millionen Euro an Einnahmen verloren. Und wird weiter verlieren. Dümmer geht's nimmer.

In der Türkei zahlen ausländische Yachteigner keine Mehrwertsteuer und immer noch relativ günstigere Liegegebühren - je nach dem in welcher Marina sie festmachen. Siehe Preisvergleich für eine 10-Meteryacht im Februar 2012: klick

Um Italien machen die "Flüchtlinge" einen großen Bogen. Dort ist die Situation ähnlich wie in Griechenland. Gemäß Beschluss der neuen Regierung wollen die Behörden ab 1. Mai 2012 eine weitere Steuer auf Yachten erheben. Von 5 bis mehrere 100 Euro pro Tag Verweildauer in italienischen Hoheitsgewässern ist die Rede - je nach Länge der Yacht. Bisher war bereits eine Luxussteuer auf Yachten in italienischen Marinas fällig. Für eine 14-Meteryacht z.B. 1.000 Euro pro Jahr. Selbst Multimilliardär Bill Gates, Gründer von Microsoft, war nicht bereit, für seine Yacht an der Costa Smeralde 15.000 Euro Luxussteuer pro Jahr zu zahlen und suchte sich einen neuen Liegeplatz woanders. Unklar ist wie die neue Steuer bei Überführungs-Yachten im Transit z.B. von Frankreich in die Türkei behandelt werden.

Die YACHT berichtet am 2. März 2012
Schiffe unter ausländischer Flagge werden von der ab Mai diesen Jahres geltenden Steuer befreit, da ein Exodus der Eigner befürchtet wurde

Nur Eigner von Yachten unter italienischer Flagge oder Schiffe von Ausländern, die in Italien ihr Einkommen versteuern, werden nun zur Kasse gebeten. Auch die täglichen Abgaben für Besucher, die nur kurz in italienischen Gewässern unterwegs sind, wurden zurückgenommen. Diese Anpassung der Bootssteuer fand auf den massiven Protest der Branchenverbände, vor allem der Marinabetreiber, statt, die eine regelrechte Flucht der Eigner nach Kroatien, Slowenien oder Griechenland befürchteten. Der entsprechende Entschluss für die Entschärfung der Abgabe erging am 1.3. im Industrie-Auschuss des italienischen Senats.
Siehe auch: www.noonsite.com

Kommentar dazu:



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Yachtflucht aus GR und It

Aquarius, 05.03.2012
Da haben wir aber Glück, dass die türkischen Behörden rechtzeitig die 90/180-Tage-Visa-Regelung eingeführt haben, sonst würde die schon reichlich volle türkische Küste von den "GR-Flüchtlingen" überrannt ;-) Übrigens sind die Liegeplätze in der Türkei im Laufe der letzten Jahre deutlich teurer geworden, ebenso wie die Lebenshaltungskosten.

Peter Galka, 21.02.21011
Vor meinem inneren Auge sehe ich jede Menge privater Yachten fluchtartig die griechischen Hoheitsgewässer in alle Himmelsrichtungen verlassen. Ob das der Haushaltssanierung förderlich ist? Aber Spass beiseite. Wir fahren mit türkischer Charterlizenz und wir haben bisher gerne mal einen Abstecher auf die Inseln des Dodekanes in unsere Törns eingebaut. Zusätzlich zur türkischen nun auch noch eine griechische Charterlizenz zu beantragen (wenn das überhaupt möglich ist) wird sich nicht rechnen. Wir empfinden dieses Gesetz als Eklat und einen Rückfall ins Mittelalter. SY Aligena

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