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Der Insider

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- Grauwasser marsch!
5.8.2010

In Göcek wird ernst gemacht: Tagesausflugsboote müssen jeden Abend nach Rückkehr von iher Tour einen bordeigenen Schlauch an das neu installierte Rohrsystem zur Kläranlage anschließen und über eine bordeigene Pumpe ihre Grauwasser- und Toilettentanks in das System pumpen. Kaptan Mehmet von der MELIS demonstriert wie es funktioniert: klick

Turmepa bekommt Auftrag für Blue Card Kontrolle: klick


Denn sie wissen nicht, was sie tun
24.6.2010

Seit Ende Juni müssen offenbar nicht nur Tagesausflugsboote und Gulets, sondern auch Yachten im Gebiet von Göcek ein Grauwassertankbuch führen. Wer nicht nachweisen kann, dass zeitgerecht abgesaugt wurde, bekäme kein Transitlog. Alleingang eines Hafenmeisters oder schlecht kommunizierter Behörden-Coup? Mehr: klick


Statement von Hasan Kaçmaz, East-Med Marinas Consulting
1.4.2010

The official announcement is not made yet but the minutes of the meeting is very clear to explain that the application is postponed to next year(s). Now all the officials know that it is not possible to ask the medium size sailing yachts to adapt a new Grey Water Tanks.

Probably we should thank to the Turkish authorities now for their hard work and good decisions.
Siehe auch:
www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=restrictions-on-boats-in-gocek-lifted-2010-03-31


Bisher kein offizielles Ergebnis zur Blue Card-Einführung
6.3.2010

Inzwischen ist der Einführungstermin 1. März für die Blue Card-Regelung verstrichen und noch immer gibt es kein offizielles Ergebnis. Am 17. 2. fand eine Sitzung beim Landrat in Mugla statt, am 22. 2. gab es eine Fortsetzung in Ankara. Beide Treffen sollten ein abschließendes Ergebnis zur Blue Card-Einführung bringen, bisher ist aber nichts Offizielles darüber bekannt. Im Gegenteil: Teilnehmer berichten von allgemeiner Verwirrung und Unklarheit.

Inoffiziell sieht es wohl so aus, dass die türkischen Tagesausflugboote als hauptsächliche Verschmutzer der Buchten im Golf von Fethiye ausgemacht wurden. Für diese soll offenbar im Golf von Fethiye die Blue Card ab diesem Jahr eingeführt werden.

Private Yachten unter 15 m Länge sollen angeblich von dieser Regel zunächst auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen bleiben. Ob diese Regel auch für Charteryachten unter 15 m gelten soll ist - wie Vieles andere auch - so unklar wie das Wetter in zwei Wochen.

Relativ sicher soll angeblich nur sein, dass Yachten offenbar in diesem Jahr nicht auf Greywater-Tanks kontrolliert werden. Auch wurde unter der Hand kolportiert, dass ausländische Yachten zunächst nicht von der Blue Card-Regulierung betroffen seien. Offiziell ist dies aber nicht.

Übereinstimmung gab es offenbar dahingehend, dass alle Teilnehmer davon überzeugt waren, dass etwas gemacht werden muss, um die Verschmutzung der Buchten zu verhindern, andernfalls ist der Kollaps in den nächsten Jahren vorhersehbar. Alternatives Konzept zur Diskussion gestellt: hier

Endgültige Regeln für 2010 wurden angekündigt, sind aber noch nicht veröffentlicht.



Dickes Fragezeichen: Neue Schmutzwasser-Regeln für Boote, Gulets und Yachten
30.12.2009

Viel wurde in diesen Wintermonaten über die neuen Regeln zur Einführung von Schwarz- und Grauwassertanks an der türkischen Küste diskutiert und spekuliert. Tatsächlich soll eine "Blue Card-Regelung" verabschiedet worden sein und die türkische Environment Protection Association (TURMEPA) damit beauftragt ,das Programm umzusetzen. Die Details:

Ab 1. März 2010 sollen im Golf von Fethiye-Göcek diese 10 Gebote gelten:

Das Gebiet soll zum Wasserpark erklärt werden. Das heißt:
1. Tankpflicht für Schwarz- und Grauwasser (was ist das genau: Dusch- und Pantry-Schmutzwasser?, Anmerkung der Red.) soll eingeführt werden und das Ablassen in den Buchten etc. soll verboten werden
2. Alle Boote, die dieses Revier befahren, müssen eine Blue Card haben (siehe unten).
3. Außer in den Häfen sollen nicht mehr als 1.112 Boote in diesem Bereich fahren dürfen (vermutlich pro Tag, Anmerkung der Red.).
4. Einlaufen zu historischen Plätzen wie Hamam Bay soll verboten werden.
5. Ankern in besonders ausgewiesenen Buchten ebenfalls, um das ökologische Unterwasser-System zu schützen. Nur ausgelegte Muringbojen sollen benutzt werden dürfen.
6. Die maximale Liegezeit in den Buchten soll auf 11 Tage begrenzt werden.
7. Die Geschwindigkeit soll auf maximum 6 Knoten festgelegt werden.
8. Laute Musik soll in Zukunft verboten sein.
9. Grillen und Kochen an Deck ebenfalls (Feuergefahr durch fliegende Funken).
10. Tauchen soll in besonders ausgewiesenen Buchten ebenfalls untersagt werden.

Die Blue Card

Alle Boote, Gulets und Yachten, gewerblich oder privat und in allen Größen, müssen den Blue-Card-Bestimmungen entsprechen. Es soll keine Untergrenze in Schiffsgröße oder -Kapazität geben. Einleiten von Abwasser soll im gesamten Gebiet zwischen Gökova- und Fethiyegolf untersagt werden. Abwasser wird definiert als Schwarzwasser, Bilgenwasser, Ballastwasser und Brühe.

Die Ausstellung und Aushändigung der Blue Card soll von den Hafenbehörden und Marinas durchgeführt werden. Alle Yachten müssen demnach eine Blue Card für 70 TL kaufen, und sie vor dem Abpumpen in den Häfen vorzeigen. In die Blue Card wird das Datum und das Volumen der abgepumpten Mengen eingetragen.

Für kleinere Yachten sind angeblich nur Schwarzwassertanks erforderlich, in die aber auch Grauwasser geleitet werden muss (eine genaue Definition "kleinere Yachten" und von "Schwarzwasser" und "Grauwasser" ist nicht bekannt, Anmerkung der Red.). Ausländische Yachten werden angeblich nicht von den Behörden auf Tanks überprüft werden. Gulets, Boote und Yachten unter türkischer Flagge dagegen werden jährlich überprüft, bevor sie die Fahrerlaubnis erhalten. Boote unter ausländischer Flagge werden lediglich nach der Blue Card befragt, um zu sehen, ob die rechtliche Abfallentsorgung gemacht wurde. Wenn das Boot über einen längeren Zeitraum unterwegs war und keine bestätigte Entsorgung gemacht wurde, sollen Strafen erfolgen.

Einrichtungen zum Abpumpen

Zwischen Bodrum und Fethiye soll es 30 Abpumpstationen geben. Die Abpumpstationen in Betrieb sollen auf der Website von TURMEPA aufgelistet werden. Bis März 2010 soll es 120 Abpumpeinrichtungen zwischen Bodrum und Fethiye geben. Alle Häfen und Marinas sollen Depots zur Annahme der Abfälle haben. Für jede Tonne Abfall sollen 30 Euro berechnet werden. Wie dies alles organisiert und umgesetzt werden soll, ist unklar.

Überwachung

Die Küstenwache und Kontrollboote der Region Mugla sollen die Überwachung übernehmen. Die Höhe der Strafen ist noch nicht bekannt. Die Regierung unterstützt diese Regionaliniative in vollem Umfang.

Das Ganze ist ein Pilotprojekt, das in der Mugla Region umgesetzt werden soll. Später soll es auf das gesamte türkische Küstengebiet übertragen werden.

Das Pilotprojekt soll am 1. März 2010 beginnen.

Viele Fragen sind offen

Es gibt viele Unklarheiten und Zweifel. Die Organisatoren müssen noch viele Probleme lösen, bevor die Eigner von Gulets und Yachten damit konfrontiert werden können. Klar ist natürlich, dass etwas geschehen muss, den die Verschmutzung in den Golfen, insbesondere im Golf von Fethiye, ist nicht zu übersehen: klick.

Zur Zeit wird noch alles als "Schiffe" bezeichnet, was schwimmt - vom Super-Tanker und Kreuzfahrtschiffe bis zur kleinen Yacht und Fischerboot. Die Verordnungen unterscheiden (noch) nicht nach Größen und Nutzung der "Schiffe". Szenekenner sind der Meinung, dass die Durchsetzung Jahre dauern wird. In der Vergangenheit wurden allerdings Boote recht drastisch wegen geringerer Vergehen bestraft. Deshalb empfiehlt es sich das Thema ernst zu nehmen und im Auge zu behalten.

Klar ist: Wir können uns nicht einerseits darüber beschweren wie das schönste Revier der Welt Gefahr läuft zur Abwasserhalde zu verkommen und andererseits darüber motzen, wenn die Behörden versuchen, den Trend zu stoppen. Wir müssen unseren Beitrag dazu leisten.

Leider kein Einzelfall: klick


Kommentar dazu:



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Grauwasseertanks

Hans Münch, 12.06.2011
Ja, es ist eine schlimm wenn die Blase drückt oder der Darm zwickt. Es gibt jedoch eine Weltneuheit. Schwarzwasser wird zu Grauwasser und so werden die Buchten nicht mehr belastet. Wer mehr wissen möchte soll sich melden. Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Skipper Hans Münch, Mail: muench@segeln-mit-skipper-hans.com

Wolfgang Horn, 12.1.2010
Ich hoffe, das gilt auch für den Bereich um die Millionenstadt Mersin. Dort wird alles was die Stadt an Abwässern produziert, ins Meer gepumpt. Das ist nicht zu übersehen! Der Küstenstreifen östlich von Antalya zeigt sich mehr und mehr verschmutzt, je weiter man nach Osten kommt. Das kommt nicht von den Yachten! Denn wir trafen dort in vier Wochen ganze 13 Sportboote und ein einziges Frachtschiff.

Claus Lehner, 5.4.2010
Hoffentlich einigen sich die zuständigen Stellen bald auf allgemein verbindliche Regeln und legen für deren Umsetzung realistische Termine fest. Dass der 1. März 2010 utopisch war, hat sich ja bestätigt. Wir sind dabei, unsere 13,5-m-Segelyacht mit 2er Crew zusätzlich zum Fäkitank mit einem Grauwassertank und den entsprechenden Abpumpeinrichtungen auszurüsten – unabhängig von evtl. Ausnahmen für "große" oder "kleine", für Schiffe mit türkischer oder fremder Flagge. Wer hier von "Schikane" redet, hat nichts verstanden.


Klaus Seubert, 21.3.2010
Wir machen uns auch Gedanken über den Schmutz. Probleme haben wir immer, wenn Gulets neben uns liegen oder ankern. Da geht man am besten nicht ins Wasser. Am besten organisiert sind die Fahrtensegler. Die nehmen es ernst und vermeiden Verschmutzungen. Ich selbst habe Grau- und Schwarzwassertank. Das Problem war bis jetzt immer das Entsorgen. Das etwas geschehen muss, ist ganz klar, sonst gehen uns die letzten schöne Gebiete flöten.

Klaus Lehner, 25.2.2010
Wir segeln seit 10 Jahren in diesem Gebiet, und wir begrüßen die neuen Regeln ausdrücklich. Die Organisatoren sollten sich aber auch einmal die Frage nach den Ursachen für die rapide ansteigende Verschmutzung stellen: Wenn durch den Bau immer neuer Marinas - allein im Golf von Göcek gibt es 6 davon - immer mehr Schiffe angelockt werden, darf man sich über zunehmende Wasserverschmutzung nicht wurdern.

Toni Leutwiler, 17.2.2010
Unsere Hanse 342 ist zur Zeit auf dem Zürichsee in Betrieb (Schwarz- und einem Grauwassertank). Ich plane die Umrüstung der Segelyacht für den Betrieb im Mittelmeer (Seeventil für den Schwarzwassertank und Umrüsten des Grauwassertanks in 2. Frischwassertank). Ziel ist es, jährlich grössere Segeltörns über mehrere Monate zu unternehmen. Nun bin ich verunsichert, wieweit die Umrüstung auf künftige Vorschriften in der Türkei Sinn macht!

Christine Sidler, 15.2.2010
Die Entsorgungspflicht sollte für Passagierboote (Gulets, Charter etc.) ab sofort gelten. Für Privatyachten mit einem Fäkalientank, kleiner Besatzung (2 Personen) empfinde ich die Verordung - wenn sie überhaupt in Kraft tritt - eine Schikane.


Klaus-D. Klages, 16.1.10
Ich möchte etwas zur Begriffsbestimmung bei Abwässern beitragen. 1. Quelle: Europäische Norm 12056-1 definiert Grauwasser: fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser (Dusch- und Badewasser). Küchenabwasser ist wegen seiner Belastung mit Fetten und Speiseabfällen ausgenommen. 2. Quelle ISO 6107-7: 1997 definiert Schwarzwasser: Abwasser ohne Grauwasser mit fäkalen Feststoffen. 3. Zu den kleinen Yachten werden üblicherweise Boote bis zu zehn Metern Länge gerechnet.


Josef Weichsberger, 13.1.10
Es liegt mir schon lange am Herzen mich über dieses Pilotprojekt zu äußern. Zweifelsohne hat es eine gewaltige Veränderung gegeben. Früher waren die Strände voll mit Müll, heute sind sie relativ sauber!! Nur: die Behörden neigen oft zu Übertreibungen.
- Warum zahlen ausländische Yachteigner mehr für ihr Transitlog als einheimische?
- Wie viele ausländische Boote sind im Golf von Fethiye und wie viele Tagesausflügler und einheimische Boote?
Es wäre sicher besser den gesamten Golf für Ausländer zu sperren, damit gäbe auch wieder Platz in den Marinas.
Vielleicht ist es nicht bekannt, dass die Küsten des Libanon sowie große Teile Ägyptens ins Meer entsorgt werden. Wer einmal im Nil bei Kairo getaucht ist, weiß dass diese Brühe ins Meer entsorgt wird. So fand ich am Ufer einer Bucht von Kekova eine Plastiktüte meines Lieblingsbäckers aus Kairo.
Die türkische Küstenwache ist notwendig und meist auch sehr freundlich. Nur: wenn sie am Strand von Kumlubükü bei Marmaris vorbeidonnert, können Kinder am Ufer in den gewaltigen Wellen, die am Strand auflaufen, ertrinken. Das kann sogar noch in der Bucht von Marmaris passieren. Im Abstand einiger Meilen vor vor den Buchten von Fethiye und Marmaris fahren Tanker vorbei, die dort oft ihre Tanks auswaschen! Darum sollte sich die Sahil Güvenlük kümmern.
Warum versucht man uns Seglern das Leben so schwer zu machen? Auch wir bringen Geld ins Land, vielleicht mehr als mancher Tourist im Billighotel, der für den Müll, den er hinterlässt, nichts bezahlen muss.
Mit den besten Wünschen, verbunden mit einem tiefen Dank für die Arbeit, uns Segler über unsere Lieblingsküste auf dem Laufenden zu halten.

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