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Der Insider

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Naturschutzpark Gökova – ein Segelrevier zum Bleiben

Der Golf von Gökova gilt als das schönste Revier des Mittelmeeres. Dieser Teil der türkischen Westküste bietet einem Segler wirklich alles, was er sich erträumt.

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Der Golf schneidet von West nach Ost 60 Meilen tief ins Land. Von Bodrum aus kann man alle empfohlenen Ankerplätze innerhalb eines Tages erreichen und sich somit seinen Törnplan selbst erstellen. Der Wind weht meist von Nordwest in den Golf, so dass man vor dem Wind hinein segeln kann und gegen den Wind wieder heraus kreuzen muss. Beides bietet höchste Segelfreuden, denn Wind gibt es spätestens ab mittags zuverlässig nahezu an jedem Tag des Jahres.

(1) Alakisla-Bucht: Ein geheimnisvoller Platz an der Nordküste, vor allem nachts. Am Ufer stehen byzantinische Ruinen, östlich hinter dem Kiesstrand eine verfallene Kirche. Die markierte Untiefe westlich der kleinen Insel Yildiz adasi muss man beachten und in ausreichendem Abstand umrunden. Im NW-Eck der Bucht, da wo der Kiesstrand in eine felsige "Wand" übergeht, auf der byzantinische Häuserruinen stehen, schneidet ein schmaler Einschnitt nach Westen ein, der gerade mal einer Yacht Platz bietet. Hier den Anker nach Osten auslegen und mit zwei Landleinen überkreuz am Ufer der Minibucht fest machen. Man kann auch vor dem offenen Strand frei ankern oder eine Landleine zu einem der wenigen Bäume am Ufer ausbringen. Bei freiem Ankern genügend Abstand von Ufer halten, für den Fall, dass der Wind nachts dreht. Bei Süd- bzw. Südostwind ist die Alakisla-Bucht ein unsicherer Platz und muss unverzüglich verlassen werden. Panorama: klick

(2) Çökertme: Fröhliche Ausgelassenheit gibt es in Ibrahims Restoran. Hier trifft sich im Hochsommer mitunter das Volk von zwanzig Gulets und Yachten und der Oberfilou des Golfes bedankt sich mit seinem beliebten Pistolentanz und einem Schnellkurs in Wasserpfeiferauchen. Ibrahims Söhne helfen beim Festmachen an den Felswänden. Aber auch das weiter östlich in der Bucht gelegene Restaurant Mary Rose ist empfehlenswert, weil weniger rummelig. Wem der Platz dennoch zu turbulent ist ankert gleich westlich nebenan in der Bucht Kargili.

(3) Kleopatra-Insel: In der Seekarte Sehir adalari, im hinteren Teil des Golfes. Den Korallensand hat Mark Anton für die Königin von Ägypten vom Roten Meer herangeschafft und ihr als Hochzeitsgeschenk vor die Füße geschüttet. Die ehemals geheimnisumwitterte Insel ist längst entzaubert. Der Strand wird von Marmaris aus vermarktet: Busse und Boote schaufeln Tagestoursiten heran. Wer trotzdem den sagenumwobenen Sand durch seine Finger gleiten lassen will, kommt am Vormittag gegen zehn, ankert auf 5 bis 6 m in der geschützten Bucht, pullt an Land und segelt, wenn der Ansturm beginnt, wieder davon. Nachts gilt Ankerverbot.

(4) Karacasögüt: Leider hat die Gemeinde dem früher so beliebten "Çardak Restoran" die Lizenz entzogen und den Restaurantsteg zwar verlängert, aber nicht immer auf neuestem Stand. Man achte auf die losen Bretter, Gebühr wird erhoben. Da die Bucht tief ist ganz viel Kette stecken, wenn man länger bleiben will und Wind zu erwarten ist. Oder ganz wenig Kette geben, wenn man nur eine Nacht bleibt und verhindern will, dass eine der großen Gulets, die hier auch anlegen, den Anker mit hoch holt. Essen im nahen Restaurant, das zur Steganlage der Marti Marina gehört, die ebenfalls einen Anleger bietet, aber teuerer ist.

(5) Degirmen Bükü: Bekannt auch als English Liman, weil hier englische U-Boots während der letzten Monate des 2. Weltkrieger ein Versteck unterhielten. Ganz hinten kann man auf der linken Seite mit Leinen an den Bäumen festmachen (viel Kette, genügend Abstand vom Ufer!) oder rechts an einem der beiden Restaurantstege anlegen, wo man kostenlos liegt, wenn man dort zu Abend essen will. Panorama: klick und klick

(6) Tuzla Koyu: Einen weiterer "stiller" Ankerplatz auf dem Weg nach West aus dem Golf heraus am Ostufer der Leuchtfeuerhalbinsel. Hier ankern vor allem türkische Gulet-Kapitäne. Es gibt drei Möglichkeiten festzumachen: 1. Im schmalen Nordwest-Einschnitt unterhalb der an einer Stange wehenden türkischen Flagge (Leine zu den Bäumen am Steilhang und nach Norden zu einem dicken Stein). Viel Kette stecken, da sehr tief! 2. Im Westeinschnitt: Anker mit viel Kette nach Osten legen und Leinen überkreuz nach Westen. 3. Im Südeinschnitt: Leinen nach Osten an die Felsen. Von den Fischern, die diesen Platz ebenfalls anlaufen, kann man auf den Zuruf "balik var mi?" frischen Fisch kaufen. Achtung: Westlich des Kaps auf die Klippen etwa 800 Meter WSW des Kaps achten.

(7) Yedi Adalari: Die sieben Inseln sind mit ihren vier Anker-Idyllen der nächste Platz. Die Einfahrt ist nicht durch alle Inselpassagen möglich; geeignet sind entweder die nördlichste oder die südlichste. Beliebtester Ankerplatz ist der vor dem flachen Huk mit Strand gleich rechts nach der südlichen Einfahrt. Achtung auf Wassertiefe und Abstand vom Ufer. Hier kann man frei ankern und hat einen wunderbares Rundumpanorama. Im nördlichen Teil kann man sich tief in den Einschnitt, der wie ein kleine Flussmündung ins Land schneidet, verkriechen. Bäume bis zum Wasser.

(8) Büyük Çati: An der Südküste des Golfes im Bördübet Limani ist ein Einschnitt für tage- und nächtelanges Verweilen. Bei der Ansteuerung muss man die kleine Insel mit den vorgelagerten Riffen östlich umrunden. Je nach Wind sucht man sich "seine" Bäume zum Festmachen nach Bedarf aus. Hier hatten die Knider versucht einen Kanal zum südlichen Burgengolf (Hisarönü Körferzi) zu stechen, um die Perser am Vormarsch zu hindern, wurden aber vom Orakel von Delphi, das von den Persern bestochen war, daran gehindert.

Auf dem Kurs zum Kap von Knidos gibt es keine beschauliche Bucht mehr. Im Notschutzhafen von Körmen lässt sich jedoch eine ruhige Nacht verbringen, falls man es nicht schafft, in einem Tag bis nach Knidos zu kreuzen. Gutes Fischrestaurant auf der Mole!

(9) Knidos: Ist der Höhepunkt der Golfroute. Die Ruinen der alten Stadt, das antike Theater, die Plattform, auf dem der Tempel der Aphrodite (mit der berühmten, leider verlorenen nackten Statue der schönen Dame) stand, sind Sehenswürdigkeiten, die den Platz anzulaufen lohnen. Es gibt ein neues, Restaurant mit Steg, das aber aufgrund der abgeschiedenen Lage ziemlich deftige Preise hat. Von Knidos segelt man meist hoch am Wind zurück nach Bodrum, wo die Milta Marina alle Annehmlichkeiten des modernen Yachtluxus bietet. Panorama: klick

Der Golf in Wikipedia
Knidos in Wikipedia
1 Woche Gökova (Törntipp)
Zur Insel der Kleopatra
Bodrum-Gökova (Törntipp)

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